6. Nürnberger Autorengespräche
6. bis 8. Mai, Eintritt: Tageskarte 8/5 €
(erm.) / 3-Tageskarte 20/10 € (erm.)
Bestellungen Tel.: 0911 231-3325
Hotelbuchung und Infos für auswärtige
Tagungsgäste Tel.: 0911 7940344
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
6. Nürnberger Autorengespräche
- Jüdische Visionen in Europa
Europäische Zukunft oder Vergangenheitsbewältigung?
Konzeption/Leitung: Reinhard Knodt, Max Ackermann; Beratung: Daniela
Eisenstein
Die Nürnberger Autorengespräche
wurden 1995 von Reinhard Knodt, Peter Horst Neumann, Renate Schmidt,
Hans Wollschläger, Hans Christoph Buch und anderen begründet.
Ziel der Gespräche ist es, alle zwei Jahre ein zeitnahes Thema
der Politik in Zusammenhang mit der Literatur zu bringen und breit
zu diskutieren. Dieses Jahr befassen sich die Nürnberger Autorengespräche
mit der Frage, ob das europäische Judentum wieder in der Lage
ist, eine tragende Rolle beim Zusammenwachsen der verschiedenen Nationen
Europas zu spielen. Dazu sind namhafte Autoren aus Israel, Polen,
Österreich, Ungarn, Tschechien und Frankreich eingeladen. Dass
das Treffen auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände stattfindet,
ist ein symbolisch wichtiger Gesichtspunkt.
Die drei öffentlichen Hauptveranstaltungen (Eröffnungsvortrag
von Julius Schoeps am Freitagabend, das internationale Gesprächspodium
am Samstagabend und die internationale literarische Matinee am Sonntagvormittag)
werden die Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft schlagen.
Am Samstag findet tagsüber eine internationale Konferenz aller
Teilnehmer statt, bei der verschiedene länderspezifische Gesichtspunkte
vertieft werden.
Teilnehmer: Peter Brod (Prag), Hans Christoph Buch
(Berlin), Gisela Dischner (Hannover), Gert Heidenreich (Starnberg),
Jaromir Konecny (Prag), Wehwalt Koslovsky (Prag), Magdalena Marsowszky
(Budapest/München), Georg Graf von Matuschka (Erlangen), Amir
Or (Tel Aviv), Eva Profousová (Prag), Doron Rabinovici (Wien),
Asher Reich (Tel Aviv), Richard Chaim Schneider (Jerusalem/München),
Julius Schoeps (Potsdam), Gabor T. Szanto (Budapest), Andrea Wisniowski
(Bukarest/Nürnberg), Katarzyna Zimmerer (Krakau)
Träger: Die Autorengespräche sind eine
Initiative der Autoren. Träger und Unterstützer der Veranstaltung:
Stadt Nürnberg (Amt für Kultur und Freizeit, KUF), Verband
deutscher Schriftsteller VS (in ver.di), Bayerischer Rundfunk-Studio
Franken, Verlagshaus Nürnberger Presse (Bruno Schnell), Robert-Bosch-Stiftung,
Franatome ANP GmbH, Jugendzentrum für kulturelle und politische
Bildung (KUF) der Stadt Nürnberg.
Weitere Informationen und aktuelles Programm unter www.autorengespraeche.net
Freitag, 6. Mai, 10.30 bis 13 Uhr
Kinosaal im Dokumentationszentrum
Reichsparteitagsgelände
Autoren und Nürnberger Schüler
im Dialog
Katarzyna Zimmerer (Krakau), Asher Reich
(Tel Aviv), Richard Chaim Schneider (Jerusalem/München), Gabor
T. Szanto (Budapest), Doron Rabinovici (Wien)
Freitag, 6. Mai, 19 Uhr
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Eröffnung der 6. Nürnberger
Autorengespräche
Eröffnungsvortrag: Prof. Dr. Julius
Schoeps (Potsdam): "Der Intellektuelle und seine Gegner - zur
Geschichte des Europäischen Judentums"
Anschließend Empfang: "Bücher
aus Böhmen." Eine Literaturshow.
Jaromir Konecny, Eva Profousová, Nehwalt Koslovsky präsentieren
Ausschnitte aus dem Programm "Tschechische Bibliothek".
Mit freundlicher Unterstützung der
Robert-Bosch-Stiftung
Samstag, 7. Mai, 9.30 Uhr
Dokumentationszentrum Studienforum
Konferenzbeginn
Moderation: Reinhard Knodt
Magdalena Marsovszky (Budapest/München): "Die Konstruktion
des Magyarentums gegen die Juden. Antisemitismus in Ungarn"
Gabor T. Szanto (Budapest): Europa, Ungarn und die Juden
Filmvorführung (Kinosaal): Richard Chaim Schneider (Jerusalem/München):
"Zeitenwende am Tabaktempel" - Ungarns Juden im neuen Europa
(Reportage), BR 2004, Dauer ca. 30 Min.
Samstag, 7. Mai, 11.30 bis 13 Uhr
Labyrinthe des Ostens
Moderation: Max Ackermann
Andrea Wisniowski (Bukarest/Nürnberg): "Träume aus
dem Quartier" - Erinnerungen und Literatur aus Bukarest
Katarzyna Zimmerer (Krakau): "Polen - Juden - Deutsche"
Gisela Dischner (Hannover): "Paul Celan und die Bukowina"
Anschließend Gespräch, Moderation: M. Ackermann
Samstag, 7. Mai, 14.30 bis 16 Uhr
Israel und Europa
Moderation: Daniela Eisenstein (Mit Simultanübersetzung:
deutsch, hebräisch, englisch)
Asher Reich (Tel Aviv/ Berlin): Vortrag und Lesung: "Erinnerungen
eines Vergesslichen" (hebräisch - deutsch)
Amir Or (Tel Aviv): Helicon, Society for the Advancement of poetry
in Israel: "European Refugees Literature and Israel/Israel als
Europäisches Exil"
Anschließend: Gespräch
Abschluss: Paul Klees Alphabet, Georg Graf von Matuschka (Erlangen)
Samstag, 7. Mai, 20 Uhr
Internationales Podium: Europäische
Visionen in Europa?
(Mit Simultanübersetzung: deutsch,
hebräisch, englisch)
Moderation: Richard Chaim Schneider (Jerusalem/München)
Impulsreferate (je 15 Min.): Gert Heidenreich (Starnberg), Peter Brod
(Prag)
Diskussion: Gert Heidenreich (Starnberg), Peter Brod (Prag), Doron
Rabinovici (Wien), Amir Or (Tel Aviv), Katarzyna Zimmerer (Warschau)
Abschluss: Ayassa (Klezmer un Gypsi mit bren)
Sonntag, 8. Mai, 11 bis 13 Uhr
Internationale literarische Matinee
Konzert
Text: Esther Dischereit, Gesang: Bhawani
Moennsad (Mezzosopran), Komposition: Hans Klaus Hübner
Literarisches Podium
Moderation: Hans Christoph Buch (Berlin)
Asher Reich (Tel Aviv) - deutsch von einem Sprecher, Andrea Wisniowski
(Bukarest/Nürnberg), Doron Rabinovici (Wien), Gabor T. Szanto
(Budapest)
Schlusswort: Max Ackermann
      
Kurzbiografien
Max Ackermann, geb.
1965; Kultur- und Medienwissenschaftler; viele Universitätsengagements
an den Universitäten Wien, Erlangen, Hagen u.a.. Arbeit im Kulturmanagement,
Theater- und Mediendramaturgie. Seit 1990 freier Mitarbeiter des Bayerischen
Rundfunks; Forschungen zu kultur- und medienwissenschaftlichen Themen
sowie Aufsätze zur Zeit-, Kulturgeschichte und Medienforschung.
Esther Dischereit, geb.
1952, lebt in Berlin; ab 1985 publizistische Arbeiten; ab 1988 Zusammenarbeit
mit verschiedenen Musikern. Ab 1993 internationale Vortrags- und Lesereisen
für Goethe-Institute und Universitäten in den USA; zahlreiche
Hörspiele.
Reinhard Knodt, geb.
1951, Publizist, Funkautor für BR, ORB, ORF, DRB, HR, WDR; eine
Sammlung ausgewählter philosophischer Essays erschien bei Reclam
Stuttgart. Kunst und Literaturkritik, Roman, Erzählung und Libretti.
Viele Universitätsengagements und Einladungen nach Irland, USA,
Frankreich, Italien, Tschechien, Russland, die Ukraine; Gründung
der Nürnberger Autorengespräche 1995 zusammen mit Peter
Horst Neumann.
Jaromir Konecny, 1956
in Prag geboren. Zwei Jahre als Techniker in Libyen, Arbeiter in der
Metallindustrie, Schiffsmeister bei der tschechischen Elbe-Oder-Schiffahrt.
1982 Emigration in die Bundesrepublik, ein Jahr Sammellager; Er promovierte
über die Entstehung des genetischen Codes und arbeitet als freier
Schriftsteller und Publizist.
Magdalena Marsovszky,
Ungarin, lebt und arbeitet als freie Publizistin in München.
Ihre Themen sind u.a. die gesellschaftlich-politische Kulturkritik,
Kultur- und Medienpolitik in Ungarn, Ungarns Integration in die EU,
die kulturelle "Globalisierung" sowie der Antisemitismus
als kulturelle Haltung. 1999 Sonderpreis der Ungarischen Akademie
der Wissenschaften.
Amir Or, studierte Philosophie
und Religion an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er
graduierte in Griechischer Mythologie und Religion. Er ist Herausgeber
der Literaturzeitschrift "Helicon" und Begründer von
deren Kulturgesellschaft. Zahlreiche wissenschaftliche und literaturwissenschaftliche
Publikationen und Auszeichnungen.
Doron Rabinovici ist
1961 in Tel Aviv geboren und lebt seit 1964 in Wien; Studium an der
Universität Wien, Schriftsteller und Historiker, Prosa (Kurzgeschichten,
Roman, Essays), historische Studien zur Neuesten Geschichte Österreichs.
Ausgezeichnet u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis 1997, dem Clemens-Brentano-
und dem Jean-Améry-Preis.
Asher Reich, 1937 in
Jerusalem geboren, studierte Philosophie und Literatur. Bereits für
seinen ersten Gedichtband "Im siebten Jahr" (1961) erhielt
er den Anne-Frank-Preis. Es folgten weitere Lyrikbände, Hörspiele
und sein 1993 in Israel erschienener Roman "Erinnerungen eines
Vergesslichen". Asher Reich wurde in zwanzig Sprachen übersetzt.
Richard Chaim Schneider,
Journalist und Filmemacher. Seine Hauptarbeitsgebiete sind u.a.: Nahost/Israel;
Judentum, Terrorismus, Rechtsextremismus, deutsche Innenpolitik, deutsch-amerikanische
Beziehungen, aber auch Theater und Film. Journalistische Tätigkeit
für "Die Zeit" und den BR-Hörfunk.
Julius H. Schoeps, Prof.
Dr. phil., Direktor des Moses-Mendelssohn-Zentrums Potsdam, geboren
1942 in Djursholm/Schweden. 1969 Promotion, dann Verlagslektor (C.
Bertelsmann), 1973 Habilitation, danach Lehrstühle in Duisburg
und Potsdam, Gastprofessuren in New York, Oxford, Seattle, Tel Aviv,
Budapest. Seit 1970 als Publizist für überregionale Zeitungen
sowie für verschiedene Rundfunk- und Fernsehanstalten tätig.
Seit 1984 Vorsitzender der Gesellschaft für Geistesgeschichte.
Mitglied des P.E.N.-Zentrums.
Gabor T. Szanto, Romancier,
Poet, Essayist. Doktor der Politischen Wissenschaften und der Rechtswissenschaften,
Herausgeber einer monatlichen Zeitschrift (Szombat/Shabbat). Erste
Publikation 1995, danach erschienen weitere Erzählbände
und Romane. Szanto organisierte in Ungarn Konferenzen zu jüdischer
Literatur, Kunst, Theater und Film. |